8 Oscar-Gewinner, die ihren Preis nicht persönlich in Empfang nahmen

Schauspieler und Schauspielerinnen sind fragile Persönlichkeiten. Ihr Selbstbewusstsein ist nicht immer das Größte, weshalb viele von ihnen nur sehr schwer mit Ablehnung umgehen können. Aus diesem Grund ist die Awardsaison eine sehr heikle Zeit in Hollywood. Nominiert zu sein reicht nicht immer aus – man braucht den Sieg, ansonsten taucht man erst gar nicht auf. Da die Oscars gerade hinter uns liegen, wollten wir uns einmal damit befassen, welche Schauspieler und Schauspielerinnen nicht zur Feier aufgetaucht sind, obwohl sie am Ende eine Auszeichnung gewannen. Hier sind die 8 Oscar-Gewinner, die nicht anwesend waren, um ihre Trophäe in Empfang zu nehmen.

8. Eminem

Im Jahr 2002 gewann Eminem den Oscar in der Kategorie ‚Bester Filmsong’ für „Lose Yourself“ aus seinem Film „8 Mile“. Er war der erste Rapper, der je mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Jedoch war er nicht vor Ort, um den Oscar persönlich überreicht zu bekommen. Selbst die Anfrage, bei den Feierlichkeiten aufzutreten, lehnte er ab. Für sein Nichterscheinen gibt es verschiedene Begründungen. Er sagte, dass er sich eine Auszeit nehme und er außerdem nicht bei den Oscars sein wird, weil er sich dort nicht in seinem Element fühlte.

„Ich bin dankbar dafür, ich bin keinesfalls undankbar. Ich bin sehr dankbar. Ich bin jedoch nicht der Typ, der sich mit der gesamten Hollywoodriege, die Hände schütteln muss. Das bin ich nicht. Wenn man zu dieser einen Awardshow nicht auftaucht, wird man gleich als undankbar abgestempelt. Aber ich gehe nicht zu Veranstaltungen, auf denen ich mich nicht in meinem Element fühlte. Und zwischen all den Schauspielern und Schauspielerinnen ist einfach nicht mein Platz. Ich rappe, schreibe Hip-Hop Musik, die ich liebe. Bei mir geht es um die Musik. Nur bis zu den Grammys bin ich gewillt, mein Element zu verlassen. Es ist trotzdem cool, dass ich ihn bekommen habe“, sagte er.

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7. Katharine Hepburn

Katharine Hepburn ist ein weiterer Star, der ganze vier Oscars gewonnen hat, aber nie zur Verleihung erschien, um auch nur einen davon entgegenzunehmen. Insgesamt war sie ganze 12 Mal nominiert und gewann die Preise für ihre Rollen in „Morning Glory“, „Rat mal, wer zum Abendessen kommt“, „Der Löwe im Winter“ und „Am goldenen See“. Angeblich war sie nie bei den Verleihungen dabei, weil sie nichts von den Awards hält. Einst sagte sie: „Für mich haben Preise keine Bedeutung. Mein Preis ist meine Arbeit.“

Hepburn sagte außerdem, dass sie als Nominierte nie zu den Oscars ging, weil sie Angst davor hatte, zu verlieren. „Ich hatte nicht den Mut dazu. Hatte Angst, zu verlieren. Das könnte es gewesen sein. Eine andere Erklärung gibt es nicht! Oder, weil ich kein Kleid habe. Ich habe kein Kleid. Mein Vater sagte über seine Kinder: ‚Meine Kinder sind sehr schüchtern. Wenn sie zu einer Party gehen (was hier [bei den Oscars] der Fall wäre, haben sie Angst davor zu viel oder zu wenig Beachtung zu bekommen’“, erzählte sie.

PREMIUM — Katherine Hepburn, 1940s.

6. Marlon Brando

Im Laufe seiner Karriere war Marlon Brando für insgesamt acht Oscars nominiert. Er gewann zweimal, das erste Mal für „Die Faust im Nacken“ und das zweite Mal für „Der Pate“. Als er im Jahr 1973 seinen zweiten Oscar gewann, nahm er an der Zeremonie erst gar nicht teil – er boykottierte sie! An seiner Stelle schickte er einen Menschenrechtsaktivisten aus den Reihen der amerikanischen Ureinwohner zu der Verleihung, um den Preis in seinem Namen ablehnen zu lassen.

„Ich vertrete heute Marlon Brando und er bat mich Ihnen mitzuteilen … dass er es sehr bedauert, diesen großzügigen Preis nicht annehmen zu können. Der Grund dafür ist, wie die amerikanischen Indianer heutzutage von der Filmindustrie behandelt werden …“, sagte Littlefeather, bevor er von lauten Buhufen unterbrochen wurde. Einige Menschen applaudierten seinen Worten, dennoch wurde sein Auftritt anstelle von Brando in Hollywood stark kritisiert. Die Akademie hat seit diesem Auftritt sicher intensiver darüber nachgedacht, ob man ihm einen Preis verleihen sollte oder lieber nicht.

PREMIUM — UGLY AMERICAN, Marlon Brando, 1963

5. Joan Crawford

Bei der Oscarverleihung im Jahr 1946 täuschte Joan Crawford vor, krank zu sein. Sie war in der Kategorie ‚Beste Hauptdarstellerin nominiert und war fest davon überzeugt, dass sie keine Chancen hatte zu gewinnen. Sie dachte, man würde Ingrid Bergman für ihre Rolle in „Die Glocken von St. Marien“ mit dem Preis auszeichnen. Damit lag sie am Ende jedoch ziemlich falsch. Als sie von ihrem Sieg hörte, legte sie schnell etwas Make-up auf und ließ sich von der Presse in ihrem Hotelzimmer filmen, wie sie den Preis im Bett entgegennahm.

Bevor sie den Oscar gewann, befand sich die legendäre Schauspielerin auf dem Abstellgleis. Man betrachtete sie als Garant für eine Niederlage an den Kinokassen und niemand wollte mit ihr zusammenarbeiten. Der Regisseur von „Solange ein Herz schlägt“, Michael Curtiz, wollte sie nicht einmal am Casting für den Film teilnehmen lassen, dennoch erhielt sie von Warner Brothers letztendlich die Rolle. Folgende Aussage von ihm wurde zitiert: „Sie kommt hier her mit ihren übergroßen Hüten und ihren verdammten Schulterpads … warum sollte ich meine Zeit damit verschwenden, einen veralteten Star zu casten?“ Sie mag zum alten Eisen gehört haben, aber der Erfolg dieses Films ließ Crawfords Karriere wieder aufleben.

PREMIUM — 1945: JOAN CRAWFORD

4. Henry Fonda

Als Henry Fonda seinen erst Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „Am goldenen See“ gewann, konnte er wegen seiner schweren Herzprobleme nicht an der Zeremonie teilnehmen. Er war zu diesem Zeitpunkt 76 Jahre alt, damit war er der älteste Schauspieler, dem dieser Preis je verliehen wurde. Wenige Monate nach der Auszeichnung starb Henry Fonda.

Henrys Tochter Jane, die neben ihm in dem Film zu sehen war, nahm den Preis an seiner Stelle an und überreichte ihn später ihrem Vater. Als sie ihm den Preis brachte, schien er keinesfalls überrascht gewesen zu sein, dass er gewonnen hatte. „Es lag in der Luft“, soll er angeblich gesagt haben. Jane war nicht nur sein Co-Star in dem Film – ihr Unternehmen hatte die Rechte für den Film aufgekauft, in der Hoffnung, er würde darin spielen und daher war der Film auch von Ihrer Firma produziert worden. Sie selbst sagte, dass die Elemente des Films die Beziehung zwischen ihr und ihrem Vater im wahren Leben tatsächlich wieder spiegelten. Dadurch waren sie in der Lage, ihre Beziehung ins Reine zu bringen, bevor er verstarb.

PREMIUM — LONG NIGHT, Henry Fonda, 1947

3. Woody Allen

Woody Allen ist sehr konsequent im Fernbleiben von den Oscars, selbst wenn er nominiert ist. Insgesamt waren es bisher 24 Nominierungen und vier Siege – drei Mal für das Beste Drehbuch und einmal als für die Beste Regie. Obwohl er gewonnen hat, nahm er die Preise nie persönlich entgegen.

Er selbst sagt, er sei ein riesiger Baskteballfan und wenn die Verleihung stattfindet, wird auch immer ein wichtiges Spiel ausgetragen, deshalb entscheidet er sich dafür, zu Hause zu bleiben, das Spiel anzusehen und sich anschließend ins Bett zu legen. Es gab jedoch auch schon andere Aussagen, die darauf hinweisen, dass er nicht viel von den Oscars hält. „Das ganze Konzept von Awards ist idiotisch“, sagte Allen. „Ich kann mich nicht dem Urteil anderer Menschen unterstellen, denn wenn man die Auszeichnungen von ihnen akzeptiert, dann muss man es auch akzeptieren, wenn sie der Meinung sind, man habe keine Auszeichnung verdient.“

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2. Elizabeth Taylor

Zwischen Elizabeth Taylor und den Oscars besteht angeblich eine Art Hass-Liebe. Insgesamt war sie bisher fünf Mal als Beste Hauptdarstellerin nominiert; jedoch war sie bei den ersten drei Malen nicht siegreich. Als man sie das vierte Mal für ihre Rolle in „Telefon Butterfield 8“ nominierte fanden viele, so auch Taylor selbst, dies eher unangemessen. Sie stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Tod und die Akademie wollte ihr damit wohl einen Gefallen tun.

Einige Jahre später wurde die umwerfende und talentierte Schauspielerin noch einmal für „Wer hat Angst vor Virginia Woolf’ nominiert. Angeblich war es offensichtlich, dass sie gewinnen würde, aber dennoch nahm sie an der Verleihung nicht teil. Sie blieb stattdessen mit ihrem damaligen Ehemann, Richard Burton, in Frankreich, der zwar nominiert war, aber offensichtlich nicht gewinnen würde. Als sie dann tatsächlich den Preis erhielt, wollte sie der Akademie nicht einmal in einem Statement danken. Es dauerte weitere 30 Jahre, bis wieder Frieden herrschte. Als sie im Jahr 1993 mit dem ‚Jean Hersholt Humanitarian Award’ geehrt wurde, war alles wieder vergessen.

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1. Paul Newman

Paul Newman war einer der besten Schauspieler seiner Generation. Seit 1959 war er für insgesamt 10 Oscars nominiert worden. Seinen ersten Preis erhielt er jedoch erst im Jahr 1986 für seine Rolle in „Die Farbe des Geldes“. In dem Jahr nahm er nicht einmal an der Verleihung teil. Er blieb mit seiner Frau Joanne Woodward zu Hause und sah sich das ganze im Fernsehen an. Als er gefragt wurde, warum er nicht erschienen war, sagte er, dass er sich nichts aus den Oscars mache. „Es ist, als würde man 80 Jahre lang einer schönen Frau hinterherrennen“, sagt er. „Dann schenkt sie dir endlich ihre Aufmerksamkeit und du sagst ‚Es tut mir unglaublich leid. Ich bin müde’“.

Viele hielten die Auszeichnung Newmans für eine Art Trostpreis, weil er für seine früheren Werke nicht geehrt worden war. Martin Scorsese, der in „Die Farbe des Geldes“ Regie führte, war jedoch anderer Meinung. „Paul hat eine großartige Leistung erbracht, die kontrolliert und doch emotional war. Sein Oscar war kein Trostpreis“, sagte er.

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Mike McAninch

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