Die 7 extremsten Methoden-Schauspieler & Schauspielerinnen

Method Acting nach Strasberg ist für Schauspieler und Schauspielerinnen eine großartige Möglichkeit, in ihre Rolle hineinzufinden. In Hollywood wird dieser Ansatz als einer der besten bezeichnet; er benötigt jedoch viel Vorbereitungszeit vor dem Beginn der Dreharbeiten. Meistens beinhaltet er die physische Vorbereitung der Schauspieler und Schauspielerinnen auf ihre Rolle. Sie eignen sich die gleichen Angewohnheiten an, übernehmen die gleiche Körpersprache und manchmal müssen sie sogar einige Kilos zulegen, um sich in ihren Charakter zu verwandeln. Laut Lee Strasberg ist „Method Acting das, was alle Schauspieler angewandt haben, sobald sie eine gute Leistung ablieferten.“ Schauen wir uns also einmal an, wer es mit dem Method Acting in Hollywood so wirklich ernst gemeint hat!

7. Michelle Williams

Um Marilyn Monroe in „My Week with Marilyn“ zu spielen, vergrub Michelle Williams sich in der Recherche. Sie las Bücher über Marilyn, sie las Bücher, welche die Ikone gerne gelesen hatte, sie beschäftigte sich mit der Lektüre über das Method Acting und hatte unzählige Aufnahmen der Stimme von Marilyn auf ihrem iPod. Auch die meisten ihrer Filme, sah Wiliams sich an. „Ich begann mit „Der Prinz und die Tänzerin“, erzählte sie dem National Post. „Ich sah mir diesen Film an, während meine Tochter in der Schule war, ich versuchte aufzunehmen, was ich nur konnte, ich pausierte zwischendurch, probierte Dinge nachzuahmen und machte viele Fehler, ich war völlig ahnungslos und dann eines Tages, fügte sich eins zum anderen.“

Damit war für Williams jedoch noch nicht alles getan. Sie kleidete sich in Kostümen, die Monroe getragen hätte. Diese bestanden meist aus einem engen Kleid, einem Push-Up BH und High Heels. Außerdem gab sie ihr bestes, den besonderen Gang von Monroe zu imitieren. Dafür band sie sich sogar die Knie zusammen.

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6. Natalie Portman

Eigentlich wollte Natalie Portman für „Black Swan“ kein Method Acting anwenden, aber genau das war letztendlich der Fall. Um sich auf ihre Rolle vorzubereiten, trainierte sie zwischen fünf und sechs Stunden pro Tag vor den Dreharbeiten. Auf ihrem Programm standen: Ballett, Cross-Training und schwimmen. Wie ihr Charakter in dem Film, aß sie dabei kaum etwas, wodurch sie ganze 20 Pfund verlor. „Ich nahm kaum etwas zu mir und arbeitete 16 Stunden am Tag. Das war wie Method Acting, obwohl ich gar nicht die Intention dazu hatte. Ich frage mich wirklich, wie manche Menschen eine solche Rolle neben ihrem Familienleben bewältigen“, erzählte sie der Daily Mail. „Das war das Anstrengendste, was ich in meinem Leben je mitgemacht hatte. Ich gehe gern nach Hause und bin einfach ich selbst, aber bei diesem Film hatte ich keine Chance dazu. Es ließ mich einfach nicht los“

Portmans Darstellung der ehrgeizigen Ballerina war ziemlich überzeugend. Sie wurde für ihre Leistung mit dem Golden Globe und einem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

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5. Christian Bale

Für seine Rolle in dem Psychothriller „Der Maschinist“, versetzte Christian Bale sich wirklich in seine Rolle des Trevor Reznik. Er verlor 63 Pfund, da er nur noch von Kaffee und Äpfeln lebte. Als die Filmarbeiten vorüber waren, wog er gerade einmal 121 Pfund.

Laut Bale hatte er vor dieser Rolle eine ganze Weile lang nicht gearbeitet. „Ich hatte einfach nicht das Drehbuch gefunden, das mich wirklich interessierte. Daher wartete ich wirklich sehnsüchtig auf gutes Material. Dann kam das hier und ich konnte es nicht mehr beiseitelegen. Ich las es am Stück durch, und als am Ende die Enthüllung kam, wollte ich noch einmal von vorne beginnen, um zu sehen, welche Hinweise man unterwegs erhalten hatte“, erzählte er BBC. „Es waren unglaublich viele, aber sie waren großartig subtil eingearbeitet worden. Manchmal bekommt man eine großartige Rolle in einem weniger guten Film; in diesem Fall schien es sich um eine großartige Rolle in einem potenziell ebenso großartigen Film zu handeln.“

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4. Hilary Swank

Die Rolle des transsexuellen Mannes in „Boys Don’t Cry“ nahm Hilary Swank unglaublich ernst. Die damals ziemlich unbekannte Schauspielerin bereitete sich auf ihre Rolle vor, in dem sie sich einen Monat lang wie ein Mann kleidete und so lebte. Dazu gehörte, dass sie sich die Brust abband und eine Socke im Schritt trug. Ihr Körperfett reduzierte sie auf sieben Prozent, damit ihre Gesichtszüge markanter würden und sie wollte von der Besetzung und der Crew nur dann gesehen werden, wenn sie ihre Kostüme trug. Angeblich wurde sie von ihren eigenen Nachbarn nicht erkannt, wenn sie ihre Wohnung verließ oder nach Hause kam – man hielt sie für einen männlichen Verwandten.

„Ich versuchte in den fünf Wochen vor dem Film als Junge durchzugehen“, sagte sie. „Ich wollte sehen, was funktioniert und was nicht und ich verlor einiges an Körperfett, damit mein Gesicht schlanker wirkte. Meine Nachbarn hielten mich für meinen Cousin Billy aus Iowa.“

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3. Forest Whitaker

Forest Whitaker entschied sich für das Method Acting, als er den Diktator Idi Amin in „Der letzte König von Schottland“ spielte. Er nahm 50 Pfund zu, lernte Swahili und meisterte den ostafrikanischen Dialekt von Amin. Er las Bücher über den Diktator und sah sich Aufzeichnungen und Dokumentationen über ihn an. In Uganda traf er sich mit Freunden, Verwandten, Generälen und Opfern.

„Ich reiste dorthin, um Verständnis dafür zu gewinnen, was es heißt, in diesem Land zu wohnen … Ich setzte mich mit Idi Admins Bruder unter einen großen Mangobaum und er erzählte mir Geschichten über Idi und wie er in die Stadt kam und Fußball- oder Rugbyspiele organisierte. All das half mir dabei ein besseres Bild davon zu bekommen, wie er sich verhielt und wie er dachte, so dass ich 24 Stunden am Tag, selbst in meinen Träumen völlig von Idi Amin eingenommen war“ erzählte Whitaker dem ‚The Guardian’. „Erst als der Film im Kasten war, konnte ich mich wieder von ihm lösen, also nahm ich erst einmal eine Dusche, um ihn mir vom Leib zu schrubben. Da ich alleine im Zimmer war, fing ich an zu schreiben, um seine Stimme aus mir herauszubekommen und wieder zu meiner eigenen zu finden.“

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2. Jared Leto

Um eine drogenabhängige, transsexuelle Frau in „Dallas Buyers Club“ zu spielen, wandte Jared Leto das Method Acting an. Er nahm 30 Pfund ab, rasierte sich die Augenbrauen, enthaarte seinen gesamten Körper mit Wachs und blieb die ganze Zeit am Set über in seinem Drag-Kostüm. Er achtete darauf, den Charakter 24 Stunden am Tag zu verkörpern und traf sich mit anderen Transsexuellen, um seinen Auftritt noch realer zu gestalten.

Für Leto hatte sein Co-Star in dem Film, Matthew McConaughey, nur Lob übrig. „Einige Menschen verwirrte es, dass Jared das Ideal verfolgte, die ganze Zeit in seinem Charakter zu verharren. Das Ganze war jedoch gut für ihn und es war gut für mich; ein Schauspieler hätte diese Rolle schnell karikiert darstellen können, aber durch Jared wirkte Rayon glaubwürdig und bodenständig. Jared entschied sich für das Menschliche und dadurch war es so viel einfacher und soviel ehrlicher mit ihm zu arbeiten“, sagte er. Für seine Leistung wurde Leto am Ende mit dem Oscar als Bester Nebendarsteller geehrt.

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1. Eddie Redmayne

Eddie Redmayne hat sich intensivst mit Stephen Hawkings Leben auseinandergesetzt, bevor er ihn in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ darstellte. Sechs Monate lang recherchierte er und sah sich Interviewmaterial an. Um Hawkings körperlichen Zustand nachahmen zu können, arbeitet er mit einem Bewegungscoach. Zusätzlich beschäftigte sich Redmayne mit medizinischer Lektüre und sprach mit den Krankenschwestern, die Hawking über die Jahre begleitet hatten, um herauszufinden, wie die Entwicklung seiner Krankheit aussah. „Ich bereitete mich vier Monate lang vor. Es war sehr intensiv. Ich besuchte die Londoner Klinik, in der man ihn behandelt hatte. Ich traf andere Betroffene. Ich gewöhnte mich daran, Besonderheiten herauszuarbeiten. Das war ein Privileg, aber es war unglaublich einschüchternd. Ich war unglaublich nervös. Mit einem Coach trainierte ich jeden Muskel einzeln, bevor ich ihn benutzte“, erzählte er der Page Six.

All die harte Arbeit hat sich für ihn gelohnt. Redmayne wurde bisher mit einem Golden Globe Award, dem Screen Actors Guild Award, dem BAFTA Award und dem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

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Mike McAninch

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